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Besprechungen: Steve Thorne, Allen/Lande

Heute erkunde ich mal, was sich am Rande des Prog tut. Dazu stelle ich Euch zwei Alben vor, die etwas gemeinsam haben: beide sind sie in diesem Jahr erschienene Fortsetzungen von Alben, die 2005 kleine Überraschungserfolge einheimsen konnten. Nun müssen sie zeigen, ob sie dieses Niveau halten können.

Steve Thorne - Part Two: Emotional Creatures

Dieser britische Instrumentalist ist eine wahre Perle. War er bisher nur als Helfer für andere Acts im Einsatz und noch völlig unbekannt, so trat er 2005 überraschend mit seinem Soloalbum Emotional Creatures: Part One als Songschreiber und Popprogger hervor, unterstützt durch viele Bekannte Proggrößen. Vor gut zwei Monaten ist dann der zweite Teil erschienen, nun halte ich ihn in den Händen und versuche mal, ihn zu beschreiben.

Gleich zu Beginn legt man mit einem Instrumentalstück progtastisch los, danach folgt ein wunderschöner Rocksong wie er zum Beispiel auch aus der Feder eines Mark Knopfler hätte stammen können. Hier zeigt Thorne, was er stimmlich sonst noch so drauf hat. Von diesem gruselig endenden Ausflug holt er uns in Crossfire melodiös wieder ab, hüllt uns ein in seine tollen Songstrukturen und akustischen Gitarrensolos. So geht es eigentlich auf Top-Niveau weiter - ab und zu kopiert er seine Melodien aus dem ersten Teil zwar, aber es stecken auch viele neue Ideen drin, die das mehr als wettmachen - bis in den Tracks 8 und 9 instrumentalisch anscheinend nochmal Luft geholt werden soll (hier übrigens nochmal Anspielungen auf Teil 1 in Form von Samples) für den Paukenschlag am Ende des Albums. Dort finden sich zwei Stücke, die er schon 1993 und 1994 geschrieben hat, im Gegensatz zu den anderen, die alle zwischen 2003 und 2005 entstanden sind. Und so verbindet Thorne anscheinend emotional sehr viel mit diesen Liedern und hat es allzu gut gemeint, es sollte wohl was ganz besonderes draus werden: er holte sich Unterstützung von Violinen, Cellos, Trompeten, Hörnern und bauschte das Ganze orchestralisch stark auf. Meiner Meinung nach hat das den Liedern nicht gut getan, das Ende der Scheibe gefällt mir gar nicht, ist mir zu pompös und kitschig.

Fazit: Thorne ist folkiger geworden, hat weiterhin tolle Songs im Ärmel und ist somit nicht nur für Fans des ersten Teils oder für Proggies eine Empfehlung. In die Liedtexte bin ich noch nicht weiter eingestiegen, daher kann ich nicht sagen, ob sie ähnlich keck daher kommen, wie zuvor.

Russell Allen & Jørn Lande - The Revenge

Wiedermal tun sich der Sänger der Progmetal-Formation Symphony X, Russell Allen, und die norwegische Rockröhre Jørn Lande zusammen, um den ultimativen Hardrock zu kreieren. Wie schon im Vorgänger The Battle ist hier alles von vorne bis hinten von Magnus Karlsson für die beiden Herren geplant, geschrieben und produziert worden, als Eigenleistung kam nur die Stimme, die die beiden abwechselnd alleine oder im Duett den Liedern leihen. Ansonsten ist noch Jaime Salazar (The Flower Kings, The Tangent) am Schlagzeug zu erwähnen.

Das Album startet progressiver als der Vorgänger, danach wird es wieder ähnlich melodisch-hardrockig wie gewohnt, gemischt mit etwas Power Metal. Tiefgründig ist die Platte nicht, aber sie rockt gut und kann somit ohne viel Aufmerksamkeit nebenbei gut gehört werden. Fans des Hardrocks werden hier viele schöne Songs mit astreinem Gesang finden und natürlich darf auch die Ballade nicht fehlen. Wer die erste Scheibe kennt, darf nichts Neues erwarten, aber auch keinen Niveauabfall. Wer sich ein genaueres Bild machen will, kann sich die Hörproben auf der Labelwebsite reinziehen.




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